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Zusammenfassung Kiliani-Wallfahrtswoche 2019

Pilgerstrom zu den Frankenaposteln

Familiensonntag zum Abschluss der Kiliani-Wallfahrtswoche – Festwoche und vorausgehende Tage der Ehejubilare locken mehr als 18.000 Gläubige in den Dom, das Neumünster und die Marienkapelle – Blitzbesuch des irischen Staatspräsidenten

Würzburg (POW) Mit dem Familienfest rund um den Kiliansdom ist am Sonntag, 14. Juli, die Kiliani-Wallfahrtswoche 2019 zu Ende gegangen. Das Motto „Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“ aus dem ersten Timotheusbrief zog sich als roter Faden durch die Wallfahrtstage. Während der Kiliani-Wallfahrtswoche hätten sich Menschen aus dem ganzen Bistum wie eine große Familie im Dom versammelt, um sich an die Anfänge des Glaubens in Unterfranken zu erinnern und im Glauben stärken zu lassen, sagte Bischof Dr. Franz Jung beim Abschlussgottesdienst im Kiliansdom mit rund 1200 Gläubigen. Es sei eine schöne Tradition, die Wallfahrtswoche nun auch mit einem großen Familienfest zu beenden. Das Evangelium von den Jüngern im schlingernden Boot zeige Jesus als klugen Pädagogen, sagte der Bischof in seiner Predigt. „Er ist wie ein liebevoller Vater oder eine liebevolle Mutter, die mit den Kindern sorgsam umgehen, ihnen etwas zutrauen, aber auch zumuten.“

„Das ist einfach mal was anderes als der Gottesdienst zuhause.“ Dieser Kommentar eines Ehepaars aus Reckendorf (Dekanat Haßberge) traf auf die vielen Gottesdienste der Festwoche zu. Insgesamt kamen während der Wallfahrtswoche und an den vorgeschalteten Gottesdiensten der Ehejubilare über 18.000 Menschen in den Kiliansdom, das Neumünster und die Marienkapelle. Erneut gab es einen Tag für die Kommunionkinder, zu dem rund 800 Kinder inklusive Begleitern kamen. Die im Dom aufgestellten Häupter der Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan zogen die Katholiken aus allen Regionen des Bistums Würzburg an. Viele nutzten zudem die Gelegenheit, Bischof Jung bei den Begegnungen auf dem Kiliansplatz einmal persönlich zu treffen. Gottesdienste für Kindergartenkinder, Politiker und Ratsmitglieder, Gottesdiensthelfer, Seelsorger, Marktkaufleute und Schausteller, Verantwortliche in Schule und Erziehung, Kranke und Behinderte, Jugendliche sowie Aussiedler und Vertriebene nahmen besondere Interessensgruppen in den Blick.

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Jesus schicke die Jünger allein mit ihrem Boot voraus, damit sie Erfahrungen mit dem Leben sammeln, erläuterte Bischof Jung beim Pontifikalgottesdienst zum Familiensonntag. Als es stürmisch wird, bekommen sie Angst und schreien. „Die Jünger lernen, eine Situation auszuhalten, die beklemmend ist, vielleicht auch Angst macht. Jesus traut ihnen zu, dass sie die Fähigkeit entwickeln können, mit den Unbilden des Lebens umzugehen.“ Er komme zu ihnen zum rechten Zeitpunkt und spreche ihnen Mut zu: „Ihr seid nicht allein, egal was kommt im Leben. Ich bin immer bei euch.“ Jesus schenke ihnen das Grundvertrauen, um auch mit schlimmen Erfahrungen im Leben umzugehen.

Als die Jünger sehen, wie Jesus über das Wasser läuft, da erwache in ihnen die Sehnsucht, das auch auszuprobieren. „Jesus zwingt sie nicht zu Höchstleistungen. Sein Beispiel inspiriert die Jünger, so wie es Eltern machen durch ihr Vorbild.“ Als Petrus über das Wasser geht, verlässt ihn der Mut und er geht unter. „Auch das müssen die Jünger lernen, mit dem Scheitern im Leben umzugehen, dass Dinge auch einmal daneben gehen, wenn man etwas Neues ausprobiert. Auch Eltern helfen den Kindern, im Scheitern den Mut nicht zu verlieren.“ Man lerne dabei, die Welt und seine eigenen Möglichkeiten richtig einzuschätzen, sagte Bischof Jung. Als Jesus Petrus aus dem Wasser ziehe, spreche er ihm Mut zu: „Du hast jetzt nicht an mich geglaubt, aber ich glaube an dich und ich glaube, dass du viel mehr kannst als du dir eigentlich zutraust.“ Die Jünger hätten gelernt, dass zu einem Leben aus dem Glauben immer wieder der Mut gehöre, neu zu beginnen und auch mit schlechten Erfahrungen umzugehen. „Jesus ermutigt zu Abenteuerlust und dazu, dass wir als Familie, als Eltern, mit dem Blick auf Jesus miteinander wachsen und das Leben selbst in die Hand nehmen. Nicht im Geist der Verzagtheit, sondern im Geist der Kraft, der Liebe zueinander und zu Jesus Christus, und in der Besonnenheit.“ Die Band „Taktgefühl“ aus Volkach begleitete den Gottesdienst musikalisch.

Nach dem Gottesdienst begann das Fest der Familien rund um den Kiliansdom und das Burkardushaus. Spiele, Bungee-Trampolin, Hüpfburg, kreative und spirituelle Angebote sowie Informationsstände boten Spaß und Anregungen für die ganze Familie. Bischof Jung verteilte an die Kinder kostenlos Eis. Zum Abschluss des Familiensonntags wurde der Schrein mit den Häuptern der Frankenapostel feierlich wieder im Altar des Kiliansdoms platziert.

Blick auf die gesamte Kiliani-Wallfahrtswoche

Bischof Jung forderte die Gläubigen dazu auf, neue Blickwinkel einzunehmen. „Es geht darum, sich mit großer Entschiedenheit der unbekannten Zukunft zu öffnen, in die Gott uns führen möchte. Aber es ist und bleibt ein Martyrium, ein schmerzhafter Weg mit Einschnitten und schmerzhaften Entscheidungen, der, wenn er gegangen wird, zum Zeugnis für eine große innere Freiheit wird.“ Genau das sei auch der spirituelle Hintergrund des Aufbruchs der Frankenapostel aus ihrer irischen Heimat in Richtung europäisches Festland gewesen, legte Bischof Jung während der Wallfahrtswoche den Wallfahrern wiederholt ans Herz. In den Predigten griffen er und Weihbischof Ulrich Boom das Wallfahrtsmotto „Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“ immer wieder auf und lenkten den Blick auf weitere aktuelle gesellschaftliche Fragen.

Mit der Reliquienprozession von Sankt Burkard zum Kiliansdom begann die Festwoche in diesem Jahr am Morgen des ersten Festsonntags. Auch Bischof John C. Ndimbo aus dem tansanischen Partnerbistum Mbinga und Delegationen aus Mailand sowie den irischen Grafschaften Wicklow und Cavan feierten den Gottesdienst mit. In der Vesper am Sonntagnachmittag wurde Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann zum Ehrendomherrn ernannt. Zum Auftakt der Kiliani-Wallfahrtswoche gestalteten unter dem Motto „Dass Liebe unser Herz durchglüht...“ am Samstagabend die Junge Domkantorei Würzburg, der Kammerchor Vox animata, geleitet von Robert Göstl, und Violinistin Eva Maria Preinfalk ein Konzert im Neumünster.

Hochmut und Stolz kämen kurz vor dem Fall, erklärte Bischof Jung beim Gottesdienst mit Kommunionkindern im Blick auf Davids Kampf gegen Goliath. „Auch die Großen dieser Welt lernen derzeit das Fürchten. Ein kleines Mädchen aus Schweden bringt sie mit den ,Fridays for Future‘ ins Zittern“, sagte der Bischof über Greta Thunberg. „Wenn die Kleinen sich zusammentun, können sie den Großen ganz schön einheizen.“ Weihbischof Boom warnte beim Gottesdienst für Räte und Politiker vor einem Geist der Verzagtheit in Europa. „Angst war und ist immer ein schlechter Ratgeber. Wo wir keinen Hafen öffnen für Menschen in Not und kein Land geben über Grenzen hinweg, sind wir nicht in der Spur des Evangeliums“, sagte er.

Bischof Hofmann feierte beim Pontifikalgottesdienst für Priester, Diakone und pastorale Berufe sein Goldenes Priesterjubiläum nach, das im Februar krankheitsbedingt ausgefallen war. Unter den Konzelebranten war neben zahlreichen Bischöfen auch der Kölner Kardinal Rainer Woelki. Das Wesen der Kirche bestehe nicht im Beachten von Ge- und Verboten, „sondern in der Verkündigung und Praktizierung von Liebe“, hob Bischof Hofmann in seiner Predigt hervor.

Beim Gottesdienst für Ordensleute und Missionare betonte Weihbischof Boom, diese seien berufen, den Menschen in Taten und Worten Gottes Liebe vorzuleben. „Gott liebt uns und zeigt uns seine Liebe in Jesus Christus.“ In seiner Predigt ermutigte der Weihbischof die Gläubigen dazu, sich nicht von Äußerlichkeiten blenden zu lassen, sondern auf den Inhalt und auf die Worte Jesu zu schauen.

Liturgischen Tanz als ein Beispiel für die Suche nach neuen Formen für die Verkündigung sahen beim Pontifikalgottesdienst für die Gottesdiensthelfer die Gläubigen im Kiliansdom. „Wir müssen viele Formen ausprobieren, um Fernstehende anzusprechen“, erklärte Bischof Jung. Das könne liturgischer Tanz sein, das Meditieren über ein Symbol, ein Schriftgespräch oder das gemeinsame Nachdenken über ein Kirchenlied. „Man braucht Fantasie und Einfallsreichtum, um sich mit viel Stille und Zeit an das Geheimnis der Erlösung heranzutasten.“

Mit einfachen Worten brachte Weihbischof Boom beim Gottesdienst für Förderschüler auf den Punkt, wer die Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan waren und wie sie nach Würzburg kamen. „Für sie war hier alles fremd und ungewohnt. Aber sie haben in ihrem Leben erfahren: Gott ist mir nahe. Einfach spitze, Gott, dass Du da bist.“

Traditionell gehörte die Verleihung der kirchlichen Lehrbefugnis Missio canonica zur Wallfahrtswoche. Weihbischof Boom beauftragte im Auftrag des Bischofs beim Gottesdienst für die Verantwortlichen in Schule und Erziehung im Beisein von Schulreferent Domdekan Prälat Günter Putz 43 Religionslehrerinnen und -lehrer. Alle Verkündigung beginnt mit dem Zeugnis ohne Worte, hob der Weihbischof hervor. Rund 600 Kinder und Erzieherinnen und Erzieher aus dem Landkreis Main-Spessart zogen beim Tag der Kindergärten von der Pfarrkirche Sankt Burkard zum Dom. Dort feierten sie mit Bischof Jung einen kindgerechten Gottesdienst.

Für den Gottesdienst mit Kranken und Behinderten wurde eigens das komplette Querhaus des Kiliansdoms leergeräumt. Ehrenamtliche der Malteser und der Caritas kümmerten sich um den Transport und die Versorgung von knapp 400 Menschen mit Behinderung. „Durch Alter, Krankheit oder eine Behinderung erfahren Sie, was es heißt, Gegenwind im Leben zu haben. Gerade in diesen Situationen schenkt uns Gott seinen Geist“, betonte der Bischof.

Mit Trachtengruppen und Fahnenabordnungen ihrer Landsmannschaften feierten Gläubige den Kiliani-Wallfahrtstag der Aussiedler und Vertriebenen in der Marienkapelle. Weihbischof Boom warnte in seiner Predigt davor, „populistischen und einfachen Lösungen“ zu folgen: „Dann ist die Finsternis nah.“ Beim Kiliani-Tag der Jugend feierte Bischof Jung mit Jugendlichen in der Krypta des Doms einen Gottesdienst. Der Mensch durchlaufe in seinem Leben verschiedene Phasen des Glaubenswegs, vom Kinderglauben bis hin zum Zweifel, sagte der Bischof in seiner Predigt. Doch auf diesem Weg rufe der Herr den Menschen immer wieder neu zu: „Lass dich nicht hängen, bleib nicht sitzen, geh nicht unter, sondern komm!“

Wie in den Vorjahren auch waren die vier der Wallfahrtswoche vorgeschalteten Gottesdienste für Ehepaare, die seit 25, 50, 60 oder 65 Jahren verheiratet sind, ein Besuchermagnet. Insgesamt mehr als 4500 Menschen aus dem gesamten Bistum kamen zu diesen Feiern. „Danke für Ihren Mut, dass Sie in stürmischen Zeiten mit Jesus die Bootsfahrt gewagt haben und weiterhin wagen. Ehe ist als Sakrament keine Privatsache, sondern ein öffentliches Zeugnis“, sagte Bischof Jung zu den Ehejubilaren.

Auch der irische Staatspräsident Michael D. Higgins und dessen Gattin Sabina kamen kurz vor der Kiliani-Wallfahrtswoche nach Würzburg und ließen sich bei einem Blitzbesuch von Bischof Jung sowie den Domkapitularen Dompfarrer Dr. Jürgen Vorndran und Offizial Monsignore Dr. Stefan Rambacher durch Kiliansdom und Neumünster führen. In einer kurzen Rede verwies der Bischof darauf, dass die Frankenapostel vor mehr als 1300 Jahren am Main das Evangelium predigten und für ihren Glauben starben. „Seither ist ihre Verehrung lebendig – in der Stadt Würzburg und ganz Unterfranken.“

Zahlreiche Helferinnen und Helfer des Malteser-Hilfsdiensts (MHD) betreuten während der gesamten Wallfahrtswoche die Pilger und leisteten insgesamt über 370 ehrenamtliche Stunden Sanitätsdienst bei allen Veranstaltungen der Kiliani-Wallfahrt und den vorgeschalteten Ehejubilarsgottesdiensten. Dabei verzeichneten sie 30 Hilfeleistungen, aber keine gravierenden Einsätze. Kiliani-Manager Matthias Reichert blickte sehr zufrieden auf die Wallfahrtswoche. „Es war eine harmonische Wallfahrtswoche. Das Wetter war nicht zu heiß, aber insgesamt meist angenehm sonnig. Die Begegnungen auf dem Kiliansplatz, für die sich Bischof Jung und Weihbischof Boom viel Zeit nahmen, wurden sehr gerne angenommen.“

mh/sti (POW)

(2919/0777; E-Mail voraus)

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